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Jul 17, 2019

Zwischen Erwachsensein und Arbeit: Woher bekomme ich Zeit?

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Also das Erwachsenwerden, das kommt mir in letzter Zeit doch relativ nervig in die Quere. Wirklich wahr. Habe ich vor ein, zwei Jahren noch über meine Freund*innen gelacht, die sich wahlweise die Wochenenden mit Terminen zuballern oder durcharbeiten, sitze ich gerade in diesem Moment an einem Sonntag am Schreibtisch um diesen Text zu schreiben. Erst vor zwei Tagen hab ich den Freund gefragt: Sag mal, werden wir jetzt spießig?

Brille: Funk Eyewear, Top & Hose: Vintage, Uhr: Nordgreen

Sag mal, werden wir jetzt spießig?

Die Frage ist natürlich herrlich unsinnig, weil zur Zeit wirklich jeder Tag neu und aufregend und sowieso ein bisschen verrückt ist. Fashion Changers wird größer, wir (Jana, Nina und ich) wachsen als Gründerinnen zusammen, wir haben ein paar echt coole und größere Projekte, die wir in den nächsten Monaten bearbeiten und dann gehe ich dieses Jahr auch noch vier Monate in die USA. Kein Grund also, sich Gedanken um Langeweile oder Spießigkeit zu machen. Und trotzdem frage ich mich gerade regelmäßig: Wie nimmt man sich zwischen all der Arbeit eigentlich noch Zeit? Für sich selbst, die Freund*innen und die Unvernuft, die man nie aufgeben wollte?

Faire Uhren mit sozialer Verantwortung findet man bei Nordgreen.

Wie nimmt man sich zwischen all der Arbeit eigentlich noch Zeit?

Ist es zu viel Klischee, wenn ich euch im selben Beitrag von meinem verflixten Zeitmanagement erzähle und euch eine neue, nachhaltige Uhr zeige? Vielleicht. Ich hoffe, ihr verzeiht’s mir. Denn tatsächlich ist mangelnde Zeit gerade etwas, was mich wahnsinnig beschäftigt. Mit Teilzeitjob, Gründen, Blog, Podcast und freiberuflichen Aufträgen wird mir manchmal regelrecht schwindelig und da brauche ich gar kein Mitleid nein, das hab ich mir ja schön alles selbst eingebrockt. Ich habe inzwischen schon mehrere Freund*innen, die einen Burnout hinter sich haben und eins ist klar: wir müssen mal alle ein bisschen auf uns aufpassen und uns Zeit geben, auch wenn sie nicht da zu sein scheint.

Denn das stimmt ja überhaupt nicht. Das ist nur eine dieser Lügen, die wir uns ganz gerne selbst erzählen. Ich zum Beispiel bin ja furchtbar schlecht darin, ein paar Mal öfter „Nein, danke!“ zu sagen. Kommen gute Gelegenheiten um die Ecke, will ich dabei sein. Das Ding ist ja aber: Arbeit ist Arbeit, auch wenn sie Spaß macht. Wir alle brauchen Pausen. Das Problem (bei mir) ist nicht, dass die Zeit wirklich fehlt, sondern dass ich sie mir einfach manchmal nicht schaffe, in dem ich etwas absage oder einfach weniger annehme. Und sicherlich auch, dass ich manchmal denke, ich müsste dauerproduktiv sein. Vor einer Weile habe ich diesen Post auf Instagram geschrieben und war überrascht, wie viele Ähnliches in den Kommentaren erzählt haben:

 

 

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Worüber irgendwie kaum jemand redet: Auch wenn man genau in dem Bereich arbeitet, den man geil findet/ auch wenn man sich über die Jahre ein Modell aufgebaut hat, das man ehrlich gut findet, kann es Tage geben, an denen man richtig hart keinen Bock hat. Tage, an denen das Bett ne riesige Anziehungskraft hat, an denen man in Ruhe gelassen werden will und Arbeit nervt, egal wie „cool“ sie ist. Motivation = 0. Das hat nix mit Undankbarkeit zu tun, sondern einfach damit, dass Arbeit nicht alles ist und diese Vorstellung, dass man durch sehr, sehr viel Arbeit total glücklich werden kann, fragwürdig ist. Auch dass wir immer davon reden, dass sich Arbeit nicht nach Arbeit anfühlt, wenn man den richtigen Job hat, ist totaler Quatsch und führt meiner Meinung nach dazu, dass wir gar keine Hobbies mehr haben, weil plötzlich alles Arbeit ist. Und dann auch ständig unter Druck stehen, weil man denkt, man müsste dauernd performen. Mal keinen Bock zu haben ist das Normalste der Welt und wahrscheinlich einfach ein Zeichen, dass man mal gute Freetime einlegen sollte. ✨✨✨ Macht euch nen schönen, „faulen“ Abend. Es geht echt nicht immer um Produktivität. 🤹🏻‍♀️ #freetimebaby

Ein Beitrag geteilt von Vintage Fashion Blogger (@vrenijaeckle) am

Ich glaube, ich schreibe das ständig, aber das einzige, was meiner Meinung nach hilft, ist ehrlich zu sich zu sein. Wie wichtig ist mir Arbeit im Leben? Muss das gerade sein? Muss die E-Mail noch heute raus? Wann hab ich das letzte Mal einfach gar nicht über Arbeit nachgedacht? Will ich wirklich so viel machen oder gebe ich einem Druck (von außen) nach? Denke ich, dass ich nur wertvoll bin, wenn ich produktiv bin?
Solche Fragen helfen mir, meinen Fokus wieder zu finden und ganz pragmatisch auch dabei, den Laptop zuzuklappen. Jeder Tag ist mein Leben. Jede Woche setzt sich am Ende wieder zu einem weiteren Jahr zusammen und ich will am nächsten Geburtstag nicht denken: Mist, nur gearbeitet.

 

Faire Designuhren von Nordgreen

Guter Begleiter (habe ich während der Fashion Week wirklich dauerhaft getragen und war für’s Zeitmanagement Gold wert) war meine Uhr von Nordgreen. Ich habe ein veganes Modell mit Textilband, das austauschbar ist, sollte es mal nicht mehr gefallen oder kaputt gehen. Nordgreen ist eine Brand aus Kopenhagen, die viel Wert auf Design und Nachhaltigkeit legt. Das skandinavische Design stammt vom vielfach besprochenen und bejubelten Jakob Wagner. Die Verpackung der Uhren ist aus recycelter Pappe und Filz und auch wiederum recycelbar. Mit jeder Uhr wird in Zusammenarbeit mit NGOs außerdem eines von drei sozialen Projekten (Sauberes Wasser in Zentralafrika mit Water for Good, Bildungsprojekt in Indien mit Pratham und Regenwaldschutz mit Cool Earth) unterstützt, das beim Kauf ausgesucht werden kann. Die Uhren kommen aus einer fairen Produktion in China, die regelmäßig von der Geschäftsleitung besucht wird.

Das Design ist bewusst zeitlos gehalten und unisex gehalten (Herren- und Damenuhren unterscheiden sich nur in der Größe). Außerdem ein ziemlich gutes Feature: Die Uhren haben kratzfestes Glas, was ich soweit auch bestätigen kann. Ich habe sie nun schon eine Weile getragen und es nicht ein Kratzer zu finden. Die Uhren liegen bei einem – wie ich finde leistbaren – Preis von 149 bis 189 Euro.

 

 

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