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Sep 25, 2018

Warum wir es uns nicht leisten können, unpolitisch zu sein! #bloggergegenrechts

in category Mood / Opinion

„Politik interessiert mich nicht“ – diesen und andere wenig geistreiche Sätze könnten von mir gekommen sein, während der Schulzeit. Ich war nicht dumm oder ignorant, ich war einfach nur sehr weit weg von allem was politisch war, konnte mir darunter nichts vorstellen, bin nicht mit Gesprächen über das aktuelle Tagesgeschehen am Abendbrotstisch aufgewachsen und auch ansonsten erstaunlich wenig mit politisch Interessierten in Kontakt gekommen. Wenn es einem sehr gut geht und man nicht ausgegrenzt oder diskriminiert wird, macht man sich wahrscheinlich wenig Gedanken über politische Themen. Vielleicht ist das ein Grund, warum mir meine Heimat, irgendwo in der Nähe des Bodensees, so unglaublich unpolitisch vorkommt. Vielleicht war ich damals aber doch ignorant und habe Vieles einfach nur nicht mitbekommen.

Mehr darüber wie sich mein politisches Verständnis entwickelt hat, gibt es in der aktuellen Folge Gern Geschehen!

Unpolitisch sein is nich

Mir ist nicht erst in den letzten Wochen klar geworden, was es für eine Zivilgesellschaft und Demokratie bedeutet, wenn Menschen „Politik irgendwie egal“ ist, aber ich finde, es ist in den letzten Wochen und Monaten noch einmal deutlicher geworden, wie wenig wir uns alle so eine Haltung leisten können. Nach Chemnitz dachte ich mir einmal mehr: „Und wir? Wir sitzen einfach rum, reden ein paar Mal über Rechtsradikalismus und dann war’s das wieder?“. Reden ist wichtig, gerade nach solchen Ereignissen muss man meistens versuchen das Geschehene irgendwie einzuordnen oder sich schlicht weg ein paar Gefühle und Ängste von der Seele reden. Das ist vollkommen okay. Nur bleiben darf es dabei nicht. Wenn nicht wir, wer dann? Dass schon irgendein anderer es macht, gilt in einer Demokratie nicht. WIR sind die Demokratie, du, ich, wir alle. Und wir müssen uns verdammt nochmal aufhören auszuruhen oder nur ein links-grünes Zitat auf Facebook zu teilen. Das reicht einfach nicht!

Engagier dich

Es gibt viele Möglichkeiten, sich zu engagieren: In vielen Städten gibt es Demonstrationen, Kundgebungen oder Vereine, die man unterstützen kann. Es gibt Petitionen und auch schlichtweg LokalpolitikerInnen, denen man schreiben kann. Oder man organisiert eben selbst was! Demos, Kundgebungen, Petitionen – das können wir auch alle selbst in die Hand nehmen! Ich glaube, dass wirklich JEDER etwas tun kann, mit seinen Möglichkeiten und der Zeit, die einem zur Verfügung steht. Dieser Blogpost zum Beispiel ist Teil der #bloggergegenrechts-Aktion, die wir mit Fashion Changers ins Leben gerufen haben, damit sich mehr Menschen mit einer medialen Stimme klar gegen Rechts positionieren. Das ist vielleicht nur eine kleine Aktion, aber sie kann Awareness schaffen, sie bringt das Thema bei einer Reihe von Leuten auf den Plan und bewegt hoffentlich einige dazu, politisch aktiv zu werden.

Linkliste:

29.9. 18 We’ll come united Antiracist Parade, Hamburg

3.10.18 Protest gegen Nazi-Aufmarsch, Berlin

6.10.18 Wald retten! Kohle stoppen! Großdemo, Hamburg

12.10.18 Demokratiewerkstatt, Berlin

13.10.18 Großdemo Unteilbar, Berlin

20.10.18 Seminar Strategie gegen rechts, Berlin

 

Wieso eine starke Positionierung gegen rechts so wichtig ist

Ich kann es wirklich kaum mehr hören, wenn mir jemand sagt „Aber wir müssen doch mit allen reden!“, weil ja, natürlich muss es einen Dialog geben, aber es gibt einen Unterschied zwischen Neonazis und anderen Leuten, die irgendwo weiter rechts der Mitte stehen. Klar will ich gerne mit vielen Menschen reden und sie fragen, warum sie denken, wie sie denken und verstehen, was wir alle tun können, damit irgendein Frust am Ende nicht bei Menschen abgeladen wird, die es am wenigsten verdienen. Aber mit Nazis will ich nicht reden. Denen will ich zeigen, dass wir in Deutschland für eine offene, freie und bunte Gesellschaft einstehen, dass niemand ihren Hass braucht und auch, dass Rechtsradikalismus nie okay ist. Dafür müssen wir alle Farbe bekennen (nämlich Farbe gegen rechts), denn während wir vielleicht noch überlegen, ob das jetzt alles ein bisschen zu links ist, verfolgen Neonazis Menschen, die anders aussehen. Wir müssen uns organisieren und endlich aufhören zu warten, dass die Nazis irgendwann wieder von selbst verschwinden.

Bei diesen tollen BloggerInnen findet ihr in den nächsten zwei Wochen Beiträge zu #bloggergegenrechts:

Alf-Tobias Zahn von Grossvrtig
Laura Mitulla von The Ognc
Jenni Hauwehde von Mehr Als Grünzeug
Bina Nöhr von Stryletz
Vreni Jäckle von Jäckle & Hösle
Maren Teichert von Minza Will Sommer
Ester Rühe und Anna Kessel von Die Konsumentin
Nina Lorenzen von Pink&Green
Phoebe Nicette von Phoenomenal
Franziska Schmid von Veggie Love
Johanna Misfeldt von Mintundmeer
Justine Siegler von Justine Kept Calm And Went Vegan
Mia Marjanovic von heylilahey
Peppermynta Mag
Sophia Hoffmann, vegane Köchin und Bloggerin
Jana Braumüller von Not Another Woman Mag

Wie ihr Blogger Gegen Rechts unterstützen könnt:

Verbreitet die Blogsposts, Artikel usw. in den sozialen Medien. Zeigt euren Freund*innen, dass wir wieder politischer werden müssen. Erhebt eure Stimme nicht nur online, sondern vor allem auch in der realen Welt da draußen. Kommentiert, liket und teilt, was das Zeug hält.

Fotocredits:
Alf-Tobias Zahn, fotografiert von © René Zieger
Phoebe Nicette, fotografiert von © Lydia Hersberger
Vreni Jäckle, fotografiert von © Anna Steinert
Franziska Schmid, fotografiert von © Grit Siwonia

Comments (3)

  • Jana
    Sep 26, 2018

    #bettertogether <3

    Antworten
  • Alf-Tobias
    Sep 26, 2018

    #fairfashionbloggergegenrechts

    Antworten

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