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Jun 29, 2018

Von emotionalen Ausbrüchen, Leichtigkeit & einem Lieblingskleid

Wo ist die Emotionen-Spendestelle? Ich hab zu viele.

Es ist Mittwoch. Ein normaler Tag, ein guter sogar. Ich bin mir im Klaren darüber, wie glücklich ich sein kann. Bin dankbar, für alles, was in meinem Leben ist. Und trotzdem überkommt mich diese scheinbar grenzenlose Traurigkeit, als ich aus der Bahn aussteige. Auf den paar Metern nach Hause läuft mir ein Wasserfall über’s Gesicht. Es ist einer dieser Tage, an denen ich das Glück, das ich habe, nicht fühle. Mal wieder. Letztens hat jemand gesagt „Du musst Vreni kennenlernen, die ist eigentlich immer gut drauf.“ In meinem Kopf formuliert sich ein Gedanke, der widersprechen will, aber ich sage nichts.

Die Ausschnitte, die man online sind sieht, sind so klein. Und obwohl ich immer wieder versuche abzubilden, dass ich und mein Leben ein Durcheinander sind, scheine ich nach außen häufig doch ziemlich dauerhappy. Weil ich mich an solchen Tagen meist verkrieche, eben nicht darüber schreibe. Und vielleicht auch, weil ich mir oft selbst gar nicht eingestehen will, wie es mir gerade geht. Ich mir selbst in den Kopf hämmern will, dass alles gut ist, mein Leben schön und die Gründe, wegen denen ich so traurig sein könnte, keine echten Gründe sind.

Ich glaube das härteste an einem – na sagen wir mal emotional aufgeregtem – Leben ist es, es anzunehmen. Sich Traurigkeit nicht zu verbieten. Zu sagen: Hey, das gehört zu dir. Genau wie deinen dämlichen Witze, deine gute Laune, deine spontanen Tanzmoves und deine zu lauten Anekdoten, wenn du betrunken bist. Das bist genau so du und es ist vollkommen in Ordnung. Ich habe diese oft überwältigende emotionale Gedankenwelt zwar nicht gewählt, aber sie ist da. Und sie macht mich zu der Person, die ich bin.

Alle reden von Selbstliebe und dabei geht es meist um Körper. Natürlich beschäftigt mich das auch. Oder immer noch. Ich glaube kaum jemand, der viel auf sozialen Netzen unterwegs ist, kommt nicht an einen Punkt, an dem er sich selbst äußerlich viel zu hart beurteilt. Was (zumindest für mich) aber der viel härtere Part ist: den ganzen Rest, das Innere, vollkommen anzunehmen und wirklich ehrlich gut zu finden.

Oft gebe ich Menschen, die mir lieb sind, Ratschläge, die ich selber nicht befolge. Vor einer Woche habe ich mich wieder sagen hören: „Du solltest deine eigene beste Freundin werden.“ Ja, genau. Und genau das ist auch der beste Ratschlag, um mit überfordenden Emotionen umgehen zu können. Sich selbst nicht zu sagen „Du hast keinen Grund zur Traurigkeit! Sei dankbar!“, sondern viel mehr die Haltung einzunehmen „Hey okay, dir geht’s gerade nicht so, was brauchst du? Was tut dir jetzt gut?“ Das versuche ich. Nicht seit gestern, eigentlich schon seit Jahren. Und es geht in scheiße kleinen Schritten voran.

Wieso ich das aufschreibe? Sicher, um es mir selbst noch einmal deutlicher zu machen. Schreiben ist ja irgendwie die beste Therapie. Aber auch, weil ich ganz genau weiß, dass es nicht nur mir so geht. Weil es mir manchmal so überdrüssig wird, dass diese Themen wenig Platz finden und ich auch ganz einfach nicht will, dass jemand beim Lesen dieses Blogs denkt, dass ich es „all together“ habe und es mir immer gut geht. So ist es nämlich nicht. Ich weine oft, fühle ich manchmal verdammt alleine, habe Tage, an denen mich all meine Emotionen einfach ohne Vorwarnung überrennen und ich mir wünsche, mir wär einfach mehr egal. Und dann erkämpfe ich mir jedes Mal wieder meine Leichtigkeit, all die Dankbarkeit und das Glück zurück, das in diesen Momenten weit weg scheint. Das hört sich anstrengend an, hat aber etwas sehr Schönes. Denn mit jedem Mal werde ich mir sicherer, dass ich fähig dazu bin und ich irgendwann wirklich an den Punkt komme, an dem es okay ist, dass diese Menge und dieses Sortiment an Gefühlen in mir ist.

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(Werbung, weil PR Sample: Das Kleid wurde mir zur Verfügung gestellt)

Neben Gedanken zur emotionalen Gedankenwelt, schaffe ich es heute auch mal, euch endlich das Sommerkleid zu zeigen, in dem ich gerade lebe. Leichte Baumwolle, perfekt für richtig heiße Tage und most importantly: fair produziert natürlich. Gefunden habe ich es bei Hug Berlin. Ein Shop, den ich ganz neu entdeckt habe. Ich habe die Gründerin Maria auch kurz kennengelernt, die ihren Shop mal eben so mit Kind auf dem Arm wuppt. Schaut gerne mal rein. Das Kleid ist von People Tree und gerade im Sale.

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