Loading
Mrz 12, 2016

Minimalismus im Kleiderschrank

in category Nachhaltigkeit

Wer kennt es nicht – man steht vor dem vollgestopften Kleiderschrank, weiß überhaupt nicht, was man heute anziehen soll und findet in dem ganzen Durcheinander sowieso nichts. In unserer konsumorientierten Gesellschaft neigen wir dazu, viel zu viel Kleidung (und auch andere Dinge) anzuhäufen, was nicht selten in einer absoluten Überforderung mit dem eigenen Besitz endet, der uns einengt oder sogar regelrecht unglücklich macht. Diese Unzufriedenheit führt dann dazu, dass wir noch mehr kaufen – ein Teufelskreis also! Zeit diesen zu durchbrechen und zwar mit mehr Minimalismus im Alltag, heute angefangen beim Kleiderschrank!

Es gibt unzählige Methoden und Konzepte, die beim Aufräumen helfen können. Zwei davon möchte ich euch heute vorstellen:

KonMari Methode

Die vielleicht berühmteste “Aufräum-Methode” ist die KonMari Methode, die von der Japanerin Mari Kondo entwickelt wurde. 2011 schrieb die Aufräum-Expertin das Buch “The Life-Changing Magic of Tidying Up”, das auf Platz 1 der New York Times Bestseller Liste landete und sich weltweit Millionen Mal verkaufte.

Die Grundidee der KonMari Methode funktioniert wie folgt:

Man besitzt nur Dinge, die man liebt, alles andere wird gnadenlos aussortiert. Und mit ALLES meint Marie Kondo auch wirklich alles, auch die Dinge, die sehr teuer waren, ein Geschenk waren oder noch voll funktionsfähig sind. Wenn eine Sache einen nicht mehr glücklich macht, muss sie weg. Teil des Wegwerfens oder Aussortierens ist dabei auch, dass man sich bei den Dingen bedankt, dafür was sie für einen getan haben oder dafür, dass man nun weiß, dass man so etwas nicht braucht. Die Teile, die bleiben dürfen, bekommen einen festen Platz, der eingehalten werden muss, das bedeutet die Schuhe nicht irgendwo stehen zu lassen, sondern immer an den vorgesehen Platz zurückzustellen. Teil der Methode ist außerdem das Schaffen einer Übersicht. Das bedeutet, das alles so einsortiert wird, dass es nicht “untergehen” kann. Marie Kondo schlägt für Kleidung dafür eine Falttechnik vor, bei der die Kleidung aufgerollt wird und in Kisten sortiert wird, so dass man immer einen perfekten Überblick über die Dinge hat, die man besitzt.

Project 333

Das Project 333 wurde von 2010 con Courtney ins Leben gerufen. Die Idee dahinter ist, 3 Monate mit 33 Teilen auszukommen. Alles andere wird weggepackt und beschriftet. Nach drei Monaten spendet man die Dinge, die man nicht mehr möchte oder nicht mehr braucht und überlegt sich erneut: Was brauche ich für die nächsten drei Monate? Dieses Konzept ähnelt der Capsule Wardrobe sehr und dient vor allem dazu sich auf sehr viel weniger Kleidung zu beschränken, sich weniger Gedanken über neue Käufe zu machen und weniger Zeit damit zu verbringen darüber nachzudenken, was man anzieht. In meiner Zeit in Schweden hatte ich einen Vorgeschmack davon, wie es ist, nur eine sehr begrenzte Menge von Kleidung zu haben und ich muss sagen, dass ich in dieser Zeit so gut wie nie darüber nachgedacht habe, was ich anziehe, einfach weil die Auswahl nicht so groß war und ich beim Packen bereits darauf geachtet hatte, dass alles zusammenpasst.

Ich weiß aber überhaupt nicht, welche Teile ich wirklich brauche – was tun?

Ich finde beide Methoden sehr interessant, das Problem das wir jedoch meistens zunächst haben ist, dass es uns anfangs viel zu viel Zeug haben und es uns aber sehr schwer fällt, Dinge aufzugeben. Deswegen habe ich jetzt noch ein paar Tipps für euch wie ihr leichter entscheiden könnt, was ihr wirklich braucht:

  • Es gibt da ja diesen altbekannten Trick: Alle Kleiderbügel falsch herum in den Kleiderschrank hängen. Was nach einem halben Jahr immer noch falsch herum drinhängt (und folglich nicht getragen wurde) kommt weg.
  • Beim Ausmisten machst du die bekannten drei Stapel: Behalten, Vielleicht, Weg. Dabei versuchst du natürlich den Vielleicht-Stapel klein zu halten. Wenn du damit fertig bist, packst du die Vielleicht-Kleidung in eine Kiste und stellst sie irgendwo außer Sichtweite. Wenn du die Kiste nach einem halben Jahr nicht angerührt hast, kommt sie weg
  • Du hast das Gefühl, dass du unbedingt eine graue Jeans brauchst. Schreibe das zunächst auf und warte mindestens drei Wochen, bevor du wirklich eine neue Jeans kaufst. In dieser Zeit kannst du z.B. auch jedes Mal einen Strich machen, wenn du gerade gerne eine graue Jeans tragen würdest. Wenn da kein einziger oder nur ein Strich nach drei Wochen ist, weißt du, dass du diese Jeans nicht wirklich brauchst.
  • Und generell gilt natürlich: Alles, was nicht passt oder dir ein ungutes Gefühl gibt, kann weg.

Alles klar, ich hab mich entschieden – und jetzt?

Nun geht es daran, die Dinge wieder in den Schrank zu räumen und hier finde ich den Ansatz der KonMari Methode sehr wichtig: Einen Überblick über alle Dinge zu haben, die man besitzt. Dabei können z.B. verschiedene Schranksysteme helfen. Hier sind die Geschmäcker natürlich verschieden, ich persönlich finde es wichtig, dass ein Schrank und Schubladen nicht zu tief sind, da man hier zu schnell den Überblick verliert bzw. Kleidungsstücke “verloren” gehen. Außerdem bin ich ein großer Fan von Systemen mit vielen Stangen, da es mir damit viel einfacher fällt Ordnung zu halten. In der Kategorie “Ankleidezimmer” bei homify findet man dazu sehr viel Inspiration. Dieses System aus Kupferrohren z.B. finde ich traumhaft schön:

homify-kleiderschrank-minimalismus-nachhaltigkeit-modeblog-fashionblogBildquelle: homify.de

Minimalismus Konzepte lassen sich natürlich nicht nur auf den Kleiderschrank beziehen, sondern auch auf alle anderen Bereiche. Hier findet ihr noch ein schönes Video von DariaDaria zum Thema.

Dieser Beitrag ist mit der Unterstützung von homify entstanden, vielen Dank!

Comments (9)

  • Jasmin
    Mrz 12, 2016

    Danke Vreni! Das war ein sehr wertvoller und hilfreicher Beitrag 🙂
    Ich fühle mich momentan auch so erstickt in dem Zeug, das ich habe. Oft ist das gar nicht so leicht, sich da wieder herauszubewegen, aber step by step geht alles. Ich denke auch, dass gerade Modeblogger spätestens jetzt die Aufgabe haben, auf diesen Überfluss an Klamotten und Dingen aufmerksam zu machen und dagegenzuwirken. Es muss nicht immer ein Outfit aus komplett neuen Teilen sein! Zumindest wünsch ich mir das 🙂

    Alles Liebe,
    Jasmin

    Antworten
    • Vreni
      Mrz 22, 2016

      Dankeschön! Ja, da bin ich ganz deiner Meinung. Am Thema Nachhaltigkeit geht einfach irgendwann kein Weg mehr vorbei, sollte man zumindest meinen… 😉 Aber es gibt ja schon sehr viele Blogger, die immer mehr in die Richtung gehen, was ich super finde!!

      Liebe Grüße <3

      Antworten
  • Lisa
    Mrz 20, 2016

    Wow was für ein super toller und vor allem hilfreicher Post.
    Ich finde es so toll solche Beiträge zu lesen. Es motiviert mich einfach so sehr.
    Liebe Grüße Lisa <3
    http://hellobeautifulstyle.blogspot.de/
    https://www.youtube.com/channel/UCPoU_ebFxQsjhAwy8bjlPiA

    Antworten
    • Vreni
      Mrz 22, 2016

      Lieben Dank! <3

      Antworten
  • Eva
    Mrz 25, 2016

    Danke Vreni für den tollen Blogpost! Das Buch von Mari Kondo kommt nun sicher auf meine reading list!! 🙂 Das mit den “Behalten, Vielleicht, Weg” – Stapeln kommt mir nur zu bekannt vor… 😀
    Bitte mehr davon! 🙂

    Liebe Grüße
    Eva

    http://www.chevassion.com

    Antworten
    • Vreni
      Mrz 26, 2016

      Vielen Dank Eva! <3

      Antworten

Leave a comment