Loading
Sep 22, 2018

Let’s talk Recycling, Tchibo, shall we?

in category Ethical Fashion

(Anzeige, in Kooperation mit Tchibo)

All recycled & slow

Es fühlt sich ein bisschen wie das letzte Sommeroutfit an. Und irgendwie auch wie eine Berlin-Version meiner früheren Outfits: den Blazer gegen einen Sweater getauscht und die Vintageschuhe gegen Sneaker. Halt irgendwie bequem und chic, alt und neu. Und recycelt! Neben ein paar üblichen Stücken aus meiner mittlerweile sehr entschleunigten Garderobe, ist nämlich auch ein neuer zeitlos-schlichter Rock aus recyceltem Polyester aus der „Pure Collection“ von Tchibo dabei, in der neben Recycling-Materialien auch Biobaumwolle verarbeitet wurde. 2020 wollen sie nur noch Baumwolle aus nachhaltigen Quellen beziehen.

Hey Tchibo, wie ist das eigentlich…?

Weil mir (und euch sicher auch) bei nachhaltigen Kollektionen von großen Firmen immer ganz schön viele Fragen im Kopf herumschwirren, ich es genauer wissen will und natürlich auch möchte, dass hier nicht einfach nur Outfits gezeigt werden, sondern wir alle zusammen wirklich über Mode und ihre MacherInnen nachdenken, habe ich Sandra Coy (Sprecherin Nachhaltigkeit & Qualität) von Tchibo einige Fragen gestellt über Produktionsbedingungen, wie das eigentlich genau mit dem Recycling aussieht und klar – auch darüber, wie die Teile am Ende so günstig sein können. Hier kommt also ein Interview mit Sandra:

Vreni: Faire Produktionsbedingungen für BaumwollproduzentInnen, aber auch für alle, die in der Wertschöpfungskette beteiligt sind – wie weit seid ihr damit?

Sandra Coy: „ Unser Ziel: 2020 wollen wir in unseren Beklei­dungs- und Heimtex­tilien nur noch Baumwolle aus nachhal­ti­geren Quellen einsetzen.

Um diese Verbes­se­rungen zu erreichen, braucht es systematische Lösungen für den Anbau von Bio-Baumwolle, Wir sind deshalb seit 2016 Mitglied der Initiative „Organic Cotton Accele­rator“, kurz OCA, die sich für den Anbau und Einsatz von Bio-Baumwolle auf Sektorebene engagiert. Das heißt konkret, dass wir uns mit anderen namhaften Beklei­dungs­un­ter­nehmen zusammen setzen und uns gemein­schaftlich für einen prospe­rie­renden Baumwoll­sektor einbringen. Denn von dem profi­tieren alle: vom Farmer bis zum Verbraucher.“

Vreni: Ihr habt in der Kollektion auch einen erhöhten Anteil an recycelten Materialien – recyceltes Polyester und recycelte Wolle. Recycling ist ein großes Buzzwort und hört sich zunächst immer nach Nachhaltigkeit an, kann durch aufwendige Prozesse aber auch manchmal gar nicht so ökologisch sein. Kannst du etwas zur Ökobilanz eurer Recyclingprozesse sagen?

Sandra Coy: „Es gibt unterschiedliche Wertstoffquellen (nicht-textile oder textile Abfälle, Produktions- und Nach-Gebrauchs-Abfälle) und chemische und mechanische Verfahren für Recyclingfasern, die Vor- und Nachteile in Bezug auf Ressourcenschonung, Qualität oder Verfügbarkeit haben. Um einen messbaren Umwelteinfluss nachweisen und die Transparenz in der Recyclinglieferkette erhöhen zu können, arbeiten wir an der Quantifizierung der Umweltauswirkungen auf unsere Produkte. In Kooperation mit der Textile Exchange konnten wir bei allen Projekten mit recycelten synthetischen Fasern Einsparungen bzgl. der Treibhausgasemissionen ermitteln.“

Vreni: Woher kommen die Textilien, die für das recycelte Polyester und die recycelte Wolle verwendet werden?

Sandra Coy: „Für unseren Mantel aus recycelter Wolle wurden Stoffreste aus der Produktion zerkleinert und neu versponnen. Der Polyesteranteil des Mantels stammt aus mechanisch recyceltem nicht-textilen Abfall. Für die Füllung/Wattierung der Steppjacken wurde ebenfalls nicht-textiles mechanisch recyceltes Material genutzt. Für die restliche Kollektion mit Recyclingfasern wurden Textilabfälle chemisch recycelt. Aufgrund der hohen Komplexität in der Lieferkette verfolgen wir aktuell unsere Produkte bis zum Garnhersteller, jedoch nicht bis zur Herkunft des wiederverwendeten Abfalls. Wir arbeiten jedoch daran die Transparenz zunehmend zu erhöhen.“

Vreni: Bei manchen Teilen in der Kollektion werden die Fasern aber gemischt, was das spätere Recycling eurer Teile schwierig macht. Wie geht ihr mit dem Thema Recycling von euren Kleidungsstücken um?

Sandra Coy: „Aufgrund der geforderten Funktionalitäten mancher Textilprodukte ist es nicht immer möglich Monofaser anzubieten. Um jedoch über die eigenen Lieferketten hinaus zur Weiterentwicklung der Kreislaufwirtschaft beizutragen, arbeitet Tchibo mit anderen Organisationen und Experten zusammen. So unterstützen wir, statt ein eigenes Rückgabesystem zu etablieren, das bestehende System der gemeinnützigen Kleiderspende in Kooperation mit FairWertung e.V. Der Verband bietet mit über 120 gemeinnützigen Mitgliedsorganisationen Kleidersammlungen an, die nach sozialen und ökologischen Kriterien erfolgen. Seit Februar 2017 arbeiten Tchibo und FairWertung e.V. gemeinsam an der Verbesserung der Rücknahme und des Recyclings von Textilien. Die Aufgabe von Tchibo liegt hier insbesondere in der Sensibilisierung von Kunden zur verantwortungsvollen Rückgabe gebrauchter Textilien. Hier erfahren Kunden, wie sie gebrauchte Textilien an die Mitgliedsorganisationen von FairWertung e.V. spenden können, was mit der Kleidung geschieht und welche sozialen und ökologischen Standards bei der Weiterverwendung eingehalten werden. Über die Standortsuche können Altkleidercontainer der Mitgliedsorganisationen in der Nähe gefunden werden.“

Vreni: Bei all den komplexen Prozessen, frage ich mich als kritische Konsumentin auch: Wie kann die Kollektion so günstig sein?

Sandra Coy: „Tatsächlich kann Tchibo über die größere Menge, die produziert wird, einen günstigeren Preis erzielen als kleine Anbieter. Darüber hinaus gibt Tchibo derzeit die – in der Tat – höheren Kosten nicht an die Kunden weiter.“

Sunnies Funk Eyewear (fair produziert in Deutschland)
Top Jan ‘n June (Fair Fashion)
Jumper Tchibo (aus Bio-Baumwolle)
Skirt Tchibo (aus recyceltem Polyester)
Bag Collection No. 2 (Vintage)
Shoes Good Guys Don’t Wear Leather (Fair Fashion + vegan)

Transparenz: Dieser Beitrag ist mit der Unterstützung von Tchibo entstanden. Ich bin bei der Auswahl meiner Kooperationspartner sehr sorgfältig und habe mich hier für die Kooperation entschieden, da meine kritischen Fragen gerne und ausführlich beantwortet wurden und Tchibo ernsthafte Bemühungen zeigt, sich als Unternehmen stetig zu verbessern.

Leave a comment