I’m not a fashion blogger.

“Ich habe keine Chloe Drew Bag, gehe nicht jeden Tag auf fancy Events und mein Instagram Account platzt nicht vor Followern. Ich bin keine Modebloggerin.”

Als ich angfangen habe zu bloggen, geschah das ziemlich spontan und im Nachhinein frage ich mich auch wirklich, was ich anfangs da eigentlich fabriziert habe. Ich hatte kein schönes Design und keine Ahnung wie die deutsche Blogosphäre eigentlich aussieht. Ich wusste nicht, was Modeblogger eigentlich tun und auch nichts von all dem Zirkus, der drumherum abläuft. Ich habe einfach gebloggt, aus dem Wunsch heraus, irgendetwas Eigenes zu machen.

Mittlerweile habe ich die Bloggerlandschaft kennengelernt und je mehr ich von all dem wusste, desto mehr setzte sich dieser Gedanke in meinem Kopf fest: “Ich bin keine Modebloggerin.”. Das hier soll kein Text über die nervigen Seiten des Bloggens sein. Ich will hier niemanden runtermachen oder beurteilen. Vielmehr will ich euch einfach an meinen Gedanken teilhaben lassen.

Wenn ich andere Blogger kennenlerne oder auf einem Event bin, komme ich nicht drumherum mich irgendwie fehl am Platz zu fühlen. Ich bin nicht halb so selbstbewusst wie es nach außen scheint und finde mich dann wieder, wie ich da stehe und verkrampft auf mein Handy starre, weil ich nicht weiß, wie ich mit dieser Situation umgehen soll. Ich sehe all die Mädels für die es anscheinend das Natürlichste der Welt ist zu “connecten”. Und ich stehe dann da und will eigentlich nur noch im Boden versinken, weil mir die ganze Situation einfach zu viel ist.

“Ich passe da einfach nicht rein.”, denke ich mir. Ich kaufe mir nicht die neuen Adidas Stan Smith, weil die jetzt gerade hip sind. Ich würde, selbst wenn es das Konto im Moment erlauben würde, mir auf gar keinen Fall eine Chloe Tasche kaufen. Schon allein aus “Nachhaltigkeitsgründen” nicht. Außerdem möchte ich meinen Stil nicht über Markennamen definieren. Ich will da nicht “mitschwimmen”. Ich will ich selbst bleiben, in Vintagekleidung, mit der zu großen Brille und dem Vogelnest auf dem Kopf. Natürlich finde auch ich einige Designer richtig gut, Stella McCartney zum Beispiel. Aber selbst eine Stella McCartney möchte ich mir nur dann kaufen, weil ich sie richtig toll finde und nicht weil ich das Gefühl habe, dass man die als Blogger nun haben muss.

Man selbst zu bleiben in diesem ganzen Trubel, ist alles andere als einfach, denn wenn man sich in der deutschen Bloggerszene mal ein bisschen umsieht, merkt man, dass es viele Blogs gibt, die sehr ähnlich sind. Es gab schon mehr als eine Bloggerin, die ihren kompletten Stil und ihr “Konzept” über den Haufen geworfen haben. Weil dann eben mehr Leuten klicken, liken und sharen. Und ob man es glauben will oder nicht: Es funktioniert. Wie gesagt, ich möchte das nicht bewerten. Ich möchte damit einfach nur einmal darauf hinweisen, wie verrückt das ist, denn ganz offensichtlich ist Individualität in der deutschen Bloggerszene nur sehr bedingt möglich.

Ich bin Modebloggerin und habe das Gefühl, dass ich nicht “Blogger” genug bin. Ich trage wahrscheinlich zu wenig Zara und zu viel Vintagekleidung, die man nicht direkt nachkaufen kann. Ich bin ganz offensichtlich ziemlich schlecht darin, mich selbst zu inszenieren. Ich bin vielleicht zu wenig girly, zu wenig edgy, zu wenig irgendwas. Ich bin Modebloggerin und ich wünschte, ich würde das eines Tages sagen können, ohne dass es sich falsch anfühlt.

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23 Comments

  • Reply
    Leonie
    2. November 2015 at 9:06

    Was für ein schöner Post, den du da geschrieben hast! Ich kann deine Gefühle echt gut verstehen und ich finde deine Einstellung sehr, sehr gut. Ich finde es auch echt unnötig, einfach so mit dem Strom mitzuschwimmen, nur “weil es gut ankommt”. Das ist doch echt nicht das, worauf es ankommt. Was bringt es einem, wenn man 50.000 Follower hat, aber man sich nicht mal selbst followen würde?
    Liebe Grüße
    Leonie
    Follow The Daisies

    • Reply
      Vreni
      2. November 2015 at 14:17

      Ganz genau! Manchmal habe ich das Gefühl, dass sich einige Bloger selbst verlieren und ganz automatisch zu den Personen werden, die die Bloggerwelt “verlangt”. Dabei lebt eine tolle Blogosphäre doch gerade von Bloggern, die unterschiedlich sind, oder?
      Danke für deinen Kommentar! <3

      • Reply
        Josephine
        2. November 2015 at 23:56

        So true! Ich wollte eigentlich gerade so ziemlich den identischen Kommentar abgeben,
        wie du liebe Leonie 🙂
        Ich muss sagen vor allem bei uns in München kann ich das auch so wahnsinnig oft beobachten..
        Aber klar, es kommt auch da wieder darauf an, ob man das Bloggen aus Leidenschaft (& als Hobby) betreibt, oder davon leben will/muss.. aber ich würde mich niemals für diesen Weg entscheiden, wenn ich nicht ich selbst mit meinem eigenen Geschmack, der nicht immer das gut findet, was andere gut finden, so weit komme 🙂
        Liebe Grüße an euch beide! xx
        http://littlediscoverygirl.de

        • Reply
          Vreni
          4. November 2015 at 17:41

          Ja da hast du natürlich recht, beruflich oder hobbymäßig ist natürlich ein großer Unterschied! Deswegen sage ich auch ganz klar: Ich verurteile niemanden, der sich sozusagen der Nachfrage anpasst. Ich kann das ein Stück weit sogar nachvollziehen. Was ich so schade finde ist, dass die “Nachfrage” zunehmend in die immer gleiche Richtung läuft, zumindest nach meinem Gefühl und dadurch irgendwann der Platz fehlt für die, die da eben NICHT reinpassen.
          Naja, es ist wohl wie es ist.
          Liebe Grüße zurpck an dich <3

  • Reply
    Bambi
    2. November 2015 at 9:39

    Aber es gibt ja auch die Menschen, die hier gerne reinschauen, grade weil du nicht 0815 bist! … und ich finde es mal wichtig, dass es solche Blogs mit Charakter und einer Attitude gibt, jenseits und von Primark und Chloe-Glamour-man-muss-sich-mal-was-gönnen-scheiß. Ich denk es gibt für alles einen Platz.
    Deine Gedanken kann ich aber gut nachempfinden. Ich habe mich nie so ganz als korrekter Beautyblogger empfunden, ich will mich gar nicht so hart abgrenzen, zu diesem erfolgreichen Stereotyp werden will ich aber erst recht nicht. Passiert auch nicht.
    🙂 Lieben Gruß

    • Reply
      Vreni
      2. November 2015 at 14:18

      <3 Danke, danke, danke!!! für deinen Kommentar!

  • Reply
    Judith Lu
    2. November 2015 at 11:49

    Ach Mensch, warum muss ein Blog auch immer groß werden. Ich zum Beispiel entscheide in jedem Post neu ob ich Mode-, Food- oder Lifestylebloggerin bin. Letztendlich definiere ich mich ja sowieso nicht über meinen Blog und so lang ich Freude damit habe, ist alles gut. Wenn die Leute meinen Blog auf Grund von Individualität meiden, dann lebe ich einfach damit. Die Follower die ich hab reichen mir locker, denn sie respektieren das was ich da tue.

    Liebst,
    http://judithlu.blogspot.com

    P.S. Modeblogger sind eh die, die aus all Kleidung einen Look erschaffen, ob man es 1:1 nachshoppen kann ist doch eh egal. Die Leute wollen bzw. sollten nicht nachmachen, sondern sich indpirieren lassen 😉

    • Reply
      Vreni
      2. November 2015 at 14:22

      Ich sehe das eigentlich ganz genau so, finde es aber gleichzeitig auch manchmal schade, dass ein großer Teil der Blogosphäre ist, wie sie eben ist…
      Danke für deinen Kommentar <3

  • Reply
    Koko
    2. November 2015 at 11:51

    Liebe Vreni, Du sprichst mir aus der Seele!!!! Mir geht es oft genauso, um so schlimmer, dass ich mich damals nicht getraut habe Dich anzuquatschen ( beim Schuhfbc im letzten Februar). Ich dachte immer, dass liegt an meinem Alter, aber es ist wohl einfach, weil man nicht so ist, wie die ganzen anderen Bloggerklone. Ich bin genau wie Du nicht so und liebe meinen Oxfam-Shop ums Eck. Klar kaufe ich auch manchmal Bloggerteile, ich hab zum Beispiel die Stans, weil sie zu mir passen und ein äußerst praktischer Schuh sind, wenn man Mama ist 😉 Trotzdem steht mir wirklich oft der Mund offen, wenn ich sehe dass manche jede gehypte Designerbag besitzen…
    Ich glaube eine Blog sollte immer noch etwas Persönliches und Individuelles sein und mich langweilt dieses ganze Perfekte Aufgestylte, was immer gleich aussieht und ohne Ecken und Kanten ist.

    • Reply
      Vreni
      2. November 2015 at 14:33

      Ohhhh nein, so schade, dass wir nicht gequatscht haben! Ich bin leider nicht oft in der Nähe von Düsseldorf, aber vielleicht sehen wir uns ja irgendwo mal wieder!
      Zum Thema: Ich glaube, dass das an sich überhaupt nichts mit dem Alter zu tun hat (viel mehr mit der Einstellung) und ich möchte wie gesagt auch niemanden verurteilen, der den typischen Bloggertrends hinterherjagt und sich die Drew in allen Farben kauft. Jeder soll machen, was er möchte. Schade ist nur, dass für die “Anderen”, die genau das eben nicht tun irgendwie nicht so viel Platz zu sein scheint. Ich habe einfach oft das Gefühl, dass man einem bestimmten Bild entsprechen sollte, um ernst genommen zu werden und das ist so schade, weil ich glaube, dass sich viele Mädels da draußen verbiegen und am Ende vielleicht gar nicht mehr sie selbst sind. Das kann in diesem ganzen Wahnsinn schon mal vorkommen und dann haben einen riesigen Einheitsbrei, in dem jeder das selbe trägt, macht, kauft und sagt.
      Danke für deinen Kommentar!! <3

  • Reply
    Sonja
    2. November 2015 at 11:53

    Ich hab das Gefühl, du bist eine Schwester im Geiste, geht es mir doch ebenso. Auch meine Modereihe ist auf Karmapunkte und nicht den neuesten heißen Scheiß ausgelegt, deswegen würde ich mich auch nie als Modeblogger fühlen, habe ich doch von denen eine ganz andere Sicht.

    • Reply
      Vreni
      2. November 2015 at 14:40

      Und genau das ist doch irgendwie schade, oder? Dass man sich nicht als Modeblogger bezeichnen will oder kann, weil man nicht so ist wie ein großer Teil der Blogosphäre. Ich würde mir wünschen, dass es für alle Modeblogger, egal wie unterschiedlich sie sind, einen Platz gibt in dieser verrückten Modeblogger Welt.

  • Reply
    Julie
    2. November 2015 at 13:57

    Hallo meine Liebe,

    das ist so ein guter Post! So gut, dass ich ihn gleich noch in meiner heutigen Kolumne verlinken musste – das Thema passte einfach perfekt 😉
    Ich muss sagen, dass ich dir in den meisten Punkten zustimme – mich aber trotzdem irgendwie als Fashionbloggerin sehe. Ich kam mir zwar auch schon auf so einigen Events sehr deplaziert vor, aber trotzdem kann ich mich dem nicht vollständig entziehen.
    Übrigens habe ich deinen Blog gerade erst entdeckt und ich finde dich wirklich sehr sympathisch – ich denke, du hast einen neuen Fan ;D

    Liebe Grüße,
    Julie

    • Reply
      Vreni
      2. November 2015 at 14:41

      Danke für deinen Kommentar! <3
      Habe deine Kolumne gerade gelesen, schöner Post!

  • Reply
    Carmen
    2. November 2015 at 16:08

    Was die Trends und Marken betrifft geht es mir ganz oft genau so. Events in Deutschland fand ich immer nur dann schwierig wenn ich dort gar keinen kannte, da ich auch nicht so mir nichts dir nichts auf andere Menschen zugehe. Aber ich glaube Fashionbloggerin ist man dann, wenn man einen Blog über Mode hat, egal welche Mode dort gezeigt wird 😉 Und, dass du hauptsächlich Vintagekleidung trägst macht, denke ich mal, auch den Charme deines Blogs aus!
    xx

    • Reply
      Vreni
      4. November 2015 at 17:29

      Danke für deinen Kommentar (:

  • Reply
    caterina von Megabambi
    2. November 2015 at 20:02

    Meine liebe,
    Sehr schöner ehrlicher und authentischer Artikel!
    Ich bin Niesche als Plus size Blogger und glaube da lebt es sich dann doch manchmal leichter.
    Wir werden zum Beispiel nicht ernst genommen.
    Das ist aber völlig in Ordnung und trotzdem versteh ich dich völlig!
    Liebste Grüße
    Caterina

    • Reply
      Vreni
      4. November 2015 at 17:36

      Hallo liebe Caterina,
      genau das finde ich aber so schade, dass “Nischen-Blogger” eben oft nicht ernst genommen werden. Das ist doch Mist, oder? Ich wünsche mir manchmal echt, die Bloggerlandschaft in Deutschland wäre anders.
      Liebe Grüße! <3

  • Reply
    Trixi
    11. November 2015 at 18:39

    Liebe Vreni,
    du hast genau meine Gedanken in Worte gefasst. Wie oft zweifle ich an meinem Blog – ist er zu girly, zu verspielt, zu langweilig? Aber eigentlich mache ich genau mein Ding. Ich bin sehr zufrieden damit. Auf Events wird man meistens belächelt wenn man wie ich kein Modeblogger ist. Ich mag es nicht mich vor der Kamera zu räkeln usw. Ich fühle mich unwohl. Aber man muss nicht mit der Masse schwimmen 🙂

    Alles Liebe und mach weiter so!
    Trixi

  • Reply
    Trixi
    11. November 2015 at 18:39

    Liebe Vreni,
    du hast genau meine Gedanken in Worte gefasst. Wie oft zweifle ich an meinem Blog – ist er zu girly, zu verspielt, zu langweilig? Aber eigentlich mache ich genau mein Ding. Ich bin sehr zufrieden damit. Auf Events wird man meistens belächelt wenn man wie ich kein Modeblogger ist. Ich mag es nicht mich vor der Kamera zu räkeln usw. Ich fühle mich unwohl. Aber man muss nicht mit der Masse schwimmen 🙂

    Alles Liebe und mach weiter so!
    Trixi

  • Reply
    Justine
    11. November 2015 at 20:55

    Toller Blog und sehr interessanter Beitrag, ich kann mich teilweise sehr wiederfinden in dem was du schreibst! 🙂

    Liebe Grüße, Justine
    http://www.justinekeptcalmandwentvegan.com

  • Reply
    Justine
    11. November 2015 at 20:56

    Toller Blog und sehr interessanter Beitrag, ich kann mich teilweise sehr wiederfinden in dem was du schreibst! 🙂

    Liebe Grüße, Justine
    http://www.justinekeptcalmandwentvegan.com

    • Reply
      Vreni
      15. November 2015 at 17:38

      Hey Justine, schön, dass es nich tnur mir so geht! <3

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