Monday Mood

Worauf wartest du?

Wir warten. Darauf, dass der richtige Zeitpunkt kommt. Darauf, dass etwas passiert oder darauf, dass wir keine Angst mehr haben und wir uns endlich trauen. Manche von uns warten ihr ganzes Leben lang. Was ist mit dir?

Wovor hast du Angst?

Angst haben wir meistens vor so ziemlich allem. Es könnte etwas schief gehen, es könnte etwas Schlimmes passieren. Es könnte jetzt nicht der richtige Zeitpunkt sein. Wir könnten es hinterher bereuen. Wir haben Angst die falschen Entscheidungen zu treffen, etwas falsch zu machen und dann im Nachhinein könnten wir uns selbst hassen. Davor haben wir Angst. Also lassen wir es lieber. Bleiben wir doch lieber dort, wo wir gerade sind. Verändern wir doch lieber nichts, dann kann auch nichts passieren. Dann bleiben wir in unserem gewohnten Umfeld, da kennen wir uns schließlich aus, da wissen wir was kommt, da sind wir sicher. Oder?

What if I fail?

Oh darling, what if you fly?

Unsere Ängste sind meist ziemlich lächerlich, wenn wir es mit Abstand betrachten. Wir haben oftmals das Gefühl, dass die Welt untergeht, würd Dies oder Jenes passieren. Ein Beispiel: Du schaffst dein Studium nicht und in dem Moment bricht eine Welt für dich zusammen. Du hast Angst, dass nichts mehr aus dir wird, dass du keinen guten Weg vor dir hast, dass du versagen wirst. Drei Jahre später blickst du zurück und stellst fest, dass alles, was passiert ist, nun Sinn macht und du deinen ganz eigenen Weg gegangen bist. Vielleicht kommt es dir sogar beinahe lächerlich vor, wie viel Angst du damals vor deiner eigenen Zukunft hattest.

Angst relativiert sich, wenn du die ganze Sache mit Abstand betrachtest.

Schritt eins ist also: Mach mal einen Schritt zurück, betrachte dich selbst und deine Angst mit Abstand. Was genau macht dir Angst? Und wieso? Versuche die Sache neutral zu betrachten und nicht zu bewerten. Nimm einfach mal wahr, welche Ängste da sind und wo sie begründet liegen.

Schritt zwei ist dann: Wie sieht dein Worst-Case-Szenario aus? Was kann im schlimmsten Fall passieren? Nochmal ein Beispiel: Du möchtest dich selbständig machen, hast aber unglaubliche Angst davor, dass es schief geht. Was kann passieren? Hast du im schlimmsten Fall vielleicht absolut kein Geld mehr und bist total blank? Stell dir die Situation vor und nun überlege ganz rational, was du dann tun würdest. Welche Optionen hast du dann? Du wirst überrascht sein, denn es gibt genug Optionen und es gibt immer eine Lösung. Vielleicht musst du vorübergehend wieder bei deinen Eltern einziehen, vielleicht kannst du dich für eine Teilzeitstelle bewerben und in deiner freien Zeit weiterhin an deiner Selbstständigkeit arbeiten. Vielleicht musst du dir eine Zeit lang unter die Arme greifen lassen, um dann langfristig deine Ziele zu erreichen. Es ist kein Beinbruch, wenn man hier und da mal kleine Umwege macht. Was hierbei helfen kann: Stell dir vor, deine beste Freundin wäre in dieser Worst-Case-Situation. Was würdest du ihr raten? Welche Optionen hat sie? Meistens wissen wir für unsere Freunde sehr guten Rat.

Hast du diese beiden Schritte durch, weißt du folgendes: Meine Ängste sind nicht so bedeutend, wie sie mir im Moment vorkommen und egal, was passiert, es gibt immer eine gute Lösung.

Mut ist nicht, keine Angst zu haben, sondern es trotzdem zu machen.

Angst zu haben ist vollkommen okay und auch nichts, was wir uns “abtrainieren” sollten. Angst schützt und warnt uns. Das ist gut so und hilft uns dabei, in manchen Situationen vorsichtiger zu sein, als in anderen. Wichtig ist, zu entscheiden, welchen Platz Angst in deinem Leben einnimmt. Bestimmt die Angst dein Leben? Trifft sie Entscheidungen für dich? Oder entscheidest du dich dafür deine Ängste zu kennen, ihnen aber die Wichtigkeit zu nehmen und dein Leben selbst zu bestimmen? Du kannst wählen.

Warte nicht darauf, dass etwas passiert, du keine Angst mehr hast oder dich endlich traust. Mach einfach. Fang einfach an. Und zwar lange bevor du “bereit” bist.

 

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6 Comments

  • Reply
    Laura
    23. August 2016 at 9:20

    Einfach mal weniger DENKEN und mehr TUN !
    Schön geschrieben Herzilein <3

  • Reply
    Cosima | Ricemilkmaid Blog
    23. August 2016 at 15:26

    Huhu Vreni,

    ein ganz toller und ermutigender Artikel, vielen Dank. Tatsächlich habe ich fast täglich Existenzängste, weil ich mich grade selbstständig mache und einem dabei so viele Steine in den Weg gelegt werden – es ist nicht leicht, aber “the obstacle is the way”. 🙂

    Hab einen schönen Tag!
    Liebste Grüße,
    Cosima

    • Reply
      Vreni
      24. August 2016 at 23:25

      Hi Cosima, wie spannend, ich wünsche dir einen ganz, ganz tollen Weg! 🙂

  • Reply
    Vivi
    24. August 2016 at 16:55

    Richtig ermutigender Post liebe Vreni 🙂
    Ich erwische mich auch manchmal, wie ich mir über Dinge Gedanken mache, die eigentlich total unwichtig sind. Wie ich warte bis “bessere Zeitpunkte” einsetzen, oder etwas passiert.
    Muss mich da echt ein bisschen an der Nase packen – aber wie gesagt, super dass du sowas ansprichst 🙂

    Liebe Grüße,
    Vivi <3
    vanillaholica.com

    • Reply
      Vreni
      24. August 2016 at 23:24

      Das ist genau das, was ich meine. Der richtige Zeitpunkt kommt eben nie, wir sollten einfach machen, auch wenn wir gerade “noch” nicht bereit sind. Start before you’re ready 😉
      Liebe Grüße 🙂

  • Reply
    STRYLINKS #89 - stryleTZ
    1. September 2016 at 10:41

    […] durch Wagnis sind großartige Dinge entstanden. Angst lähmt und engt ein. Genau das thematisiert Vreni von Jäckle und Hösle in ihrem großartigen Text und zaubert mir damit ein Lächeln aufs Gesicht. Diese Welt braucht mehr […]

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