Wieso brauchen wir Biobaumwolle?

Baumwolle, Biobaumwolle – ist doch egal, oder? Ist es eben nicht! Im heutigen Sustainable Saturday gehen wir der ganzen Sache mal ein bisschen auf den Grund.

Wieso zum Henker brauchen wir Biobaumwolle?

Baumwolle ist ein Naturprodukt, das der Umwelt jedoch nicht besonders zuträglich ist: Die Baumwollpflanze gehört zu den 30 Pflanzen mit dem höchsten Wasserverbrauch. Um ein Kilo konventionelle Baumwolle herzustellen werden circa 26.000 Liter Wasser benötigt, was wiederum zur Folge hat, dass die meisten der Anbauflächen (ca. 60 Prozent) eine künstliche Bewässerung für den Anbau benötigen. Sechs Prozent des globalen Süßwasserverbrauchs fließen in die Baumwollproduktion. Die Folgen sind Bodenversalzung und sinkende Grundwasserspiegel. Das Ausmaß wird beispielsweise am Aralsee in Zentralasien deutlich, der bereits über 80 Prozent seines Wasservolumens verloren hat, was stark negative Auswirkungen auf die Menschen der Region hat.

Baumwolle hat eine lange Reifeperiode. Aufgrund dieser Eigenschaft ist sie besonders anfällig für Schädlinge. Um bessere Erträge zu erzielen, werden Pestizide und Dünger in großen Mengen eingesetzt. Für ein Baumwollshirt gelangen circa 150 Gramm Schadstoffe auf den Acker, die den Boden schädigen und unfruchtbar(er) machen. Als Folge werden noch mehr Dünger eingesetzt – ein Teufelskreis. Die Verlierer in der Baumwollproduktion sind dabei die Farmer, die häufig keine oder nur unzureichende Schutzkleidung tragen und nicht ausreichend über den Umgang mit Pestiziden aufgeklärt wurden. Dadurch passieren Unfälle, bei denen sich Hundertausende Arbeiter/innen vergiften. Jährlich sterben ungefähr 20.000 Menschen daran. Durch den Einsatz von genmanipulierter Baumwolle (BT Baumwolle), die resistenter gegen Schädlinge sein soll wird zusätzlich die Existenz vieler Farmer bedroht: Das Saatgut muss teuer gekauft werden und bringt letztendlich kaum Vorteile, so dass der Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln, die ebenfalls sehr teuer sind, trotzdem notwendig ist um eine ausreichende Ernte zu erreichen.

Für Chemiekonzerne ist es ein Milliardengeschäft. Konzerne wie Syngenta oder Bayer verkaufen jährlich Pestizide im Wert von zwei Milliarden US-Dollar an Baumwollfarmer. Für Baumwollproduzenten geht es oftmals um die Existenz. Suizidfälle von Farmern, die hoch verschuldet sind und nicht wissen, wie sie ihre Familie weiterhin ernähren sollen, häufen sich. Die nachhaltigere Variante zur konventionellen Baumwolle ist Bio- Baumwolle, bei deren Anbau keine Pestizide zum Einsatz kommen. Das ist durch eine sogenannte Fruchtfolge möglich, bei dem die Lebenszyklen der Schädlinge mit dem Anbau von Nahrungspflanzen unterbrochen werden. Bio-Baumwollfarmer machen dadurch nicht unbedingt mehr Umsatz, können sich aber das Geld für teure Pestizide und Dünger sparen und verdienen dadurch letztendlich bedeutend mehr.

Was tun?

Ein weitverbreitetes und umfassendes Siegel für ökologische Textilien ist GOTS (Global Organic Textile Standard), das es Verbrauchern einfacher macht ökologische Kleidung zu identifizieren. Kleidung, die mit dem GOTS Siegel ausgezeichnet ist, besteht mindestens aus 70 Prozent kontrolliert biologisch erzeugten Naturfasern und entspricht neben umfassenden Umweltkriterien auch sozialen Kriterien.

In meinem Fair Fashion Shop findest du viele Teile aus Biobaumwolle.

Was sagst du zum Thema Baumwolle und Biobaumwolle? Lass es mich wissen!

 

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1 Comment

  • Reply
    STRYLIGHTS NOVEMBER 2016 - stryleTZ
    3. November 2016 at 14:26

    […] Das graue Basic T-Shirt ist vom fairen Label Funktionschnitt. Ich liebe diese schlichten Shirts, die man einfach zu allem kombinieren kann. Ausserdem ist es aus Bio-Cotton gefertigt. Warum Bio-Baumwolle absolut Sinn macht, darüber gibt es einen tollen Beitrag auf Jäckle & Hösle. […]

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