Monday Mood

Scheiße, du bloggst besser als ich!

Sich zu vergleichen ist scheiße.
Wissen wir.
Machen wir trotzdem ständig.

Dein Blog – Hobby oder Business?

Wenn du bloggst ist das so: Entweder dein Blog ist ein Hobby oder ein Job, vielleicht auch irgendwas dazwischen. Eigentlich spielt das aber auch gar keine so große Rolle, denn eines wird früher oder später immer passieren: Du wirst dir andere Blogs ansehen und du wirst deinen eigenen Blog mit ihnen vergleichen. Wenn du mit deinem Blog Geld verdienst, ist das auch notwendig, denn als Selbstständige/r musst du wissen, was auf dem Markt los ist und was die Konkurrenz macht, sonst bist du irgendwann zwangsläufig raus, logisch. Ist wahrscheinlich in jedem Business so. Up-to-date bleiben eben, sich stetig verbessern, das gehört dazu, um seinen Job gut zu machen.
Wenn dein Blog ein Hobby ist, machst du deinen Blog ganz allein aus Spaß heraus und müsstest dich eigentlich nicht großartig darum kümmern, was andere machen. Und dennoch wirst du es tun, denn: Du bloggst aus einem Grund, nämlich weil du etwas zu sagen hast und etwas mit der Internetwelt teilen möchtest. Das macht nur Sinn, wenn da auf der anderen Seite auch Leser sind, die das Geteilte lesen, sonst könnte man auch in sein Tagebuch kritzeln.

Oh Fuck, dein Blog ist viel besser

“Scheiße, dein Blog ist so viel besser als meiner” denkst du dir irgendwann. Da steckt ein besseres Konzept dahinter, die Fotos sind besser, die Texte reißen dich mit und überhaupt! Vielleicht klickst du hin und her bis du vollkommen davon überzeugt bist, dass dein eigener Blog absoluter Mist ist.

Ich muss zugeben: Ich kann das absolut nachvollziehen, denn ich bin da selbst nicht unschuldig. Ich saß schon Stunden oder Tage vor dem Laptop und habe die Zeit damit verbracht herauszufinden, was schlecht an meinem Blog ist und wieso es andere so viel besser machen. Ich habe mich zeitweise wirklich fast verrückt gemacht, einfach weil ich so gerne etwas Tolles schaffen wollte und das Gefühl hatte, dass ich das einfach nicht hinbekomme. Das kann richtig deprimierend und demotivierend sein. Denn wenn mein Blog sowieso nur Scheiß ist, wieso dann weitermachen? Seit Beginn dieses Blogs hatte ich diese Gedanken bestimmt schon 800.000 Mal. Und trotzdem gibt es diesen Blog immer noch und ich schreibe und arbeite seit einem halben Jahr viel mehr und intensiver daran.

Was ich begreifen musste

Um den anfänglichen Spaß am Bloggen zurück zu gewinnen, musste auch ich endlich eines begreifen: In dieser verrückten Internetwelt wird es immer jemanden geben, der es “besser” macht. Das gilt, wer hätte es gedacht, natürlich nicht nur für Blogs, sondern auch für alles andere. Wahnsinn Vreni, was für eine Erkenntnis.

Ich weiß, ich erzähle hier nichts Neues. Aber ich weiß, wie das sein kann. Ich weiß, wie scheiße es sich anfühlt, wenn man das Gefühl hat, dass alles besser gehen könnte und man denkt, dass die eigene Arbeit nicht “gut” ist. Das ist kacke und zieht einen runter. Um darüber hinweg zu kommen, musste ich noch etwas lernen: Das oben genannte “besser” ist eigentlich ein “anders”. Dein Blog ist ziemlich sicher kein Mist, sondern einfach ganz anders als andere Blogs und das hat nichts mit “besser” und “schlechter” zu tun, das nennt sich Individualität. Und es ist gut so.

Verbessern ja, vergleichen nein

Natürlich sehe ich mir immer noch andere Blogs an, oft sogar. Und während ich andere Blogs lese, registriere ich auch, was ich gut daran finde und was ich vielleicht nicht so gut daran finde. Das behalte ich dann im Hinterkopf und berücksichtige es vielleicht wenn ich das nächte Mal einen Artikel schreibe. Was ich mir jedoch selbst verbiete ist, meinen Blogs mit anderen zu vergleichen, denn das raubt mir nicht nur unnötig Zeit, sondern macht mich meistens auch extrem unzufrieden. Mein Blog muss nicht so sein wie dein Blog und andersrum. Eine zugegebenermaßen einfache Erkenntnis, die erfahrungsgemäß nicht ganz so einfach zu verinnerlichen ist.

Statt uns zu vergleichen, sollten wir die Arbeit von Anderen als Inspiration sehen, von Anderen lernen und das Wichtigste: Anerkennen, was wir selbst gut können. Das ist meistens nämlich viel mehr als wir uns selbst zuschreiben wollen. Wir sollten uns auf unsere Fähigkeiten konzentrieren und sie ausbauen, ganz nach dem Motto: Verbessern ja, vergleichen nein.

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19 Comments

  • Reply
    Leonie
    31. Mai 2016 at 14:14

    Ganz großartig geschrieben! Wichtig ist auch, dass ein “besser” absolut immer im Auge des Betrachters liegt. Es wird, sowohl online als auch im realen Leben immer Menschen geben, zu denen man aufschaut, die mehr verdienen oder erfolgreicher sind. Im selben Atemzug sollte man nicht vergessen, dass es bestimmt auch eine Handvoll Menschen gibt die einen selbst als das non plus Ultra wahrnehmen.

    Also: tief durchatmen und ganz ruhig bleiben.

    Liebst,
    Leonie

    http://www.allispretty.net

    • Reply
      Vreni
      1. Juni 2016 at 18:33

      Genau meine Rede! <3

  • Reply
    Amina
    31. Mai 2016 at 14:23

    Danke, dass du dieses Thema mal ansprichst.
    Jeder von uns braucht eine Zeit lang einen Vergleich, vor allem am Anfang, um eine Orientierung zu bekommen, im Dschungel an Möglichkeiten und Wegen. Doch es gibt einen Punkt an dem wir uns davon verabschieden müssen – zu uns und unserem Weg stehen, genau so wie zu unserem Bild und Wort.
    Ich finde du macht das großartig.
    Liebst,
    Amina

    • Reply
      Vreni
      1. Juni 2016 at 18:35

      Danke liebe Amina! Das Kompliment kann ich zurückgeben, du machst das auch toll!

  • Reply
    Kea
    31. Mai 2016 at 14:31

    Tha, wer frei ist von diesen Gedanken, werfe den ersten Stein 😉 Ich glaube, das hatten wir alle schon mal, dass wir beim Besuch eines anderen Blogs dachten: Damn! Ist DER gut! An schlechten Tagen nagt das sicher auch mal ungut am Selbstbewusstsein, keine Frage. Das kann andererseits aber auch immer wieder den Anstoß geben, sich zu verbessern und seinen eigenen Blog weiterzuentwickeln. Ich glaube, das Wichtigste ist, eine “gebende Haltung” zu entwickeln – ich will der Welt etwas schenken, meine Ideen, meine Gedanken, meine Texte. Wenn ich mir diesen Ausgangspunkt bewusst mache, geht es mir viel besser, als wenn ich ständig überlege, wie ich jetzt was blogge, damit ich etwas “bekomme”: Likes, Aufmerksamkeit, Traffic. Klar, sind das alles feine Dinge, aber sie als Ziel zu definieren, setzt stark unter Druck – und Druck und Kreativität haben sich ungefähr so lieb wie frisch geföhnte Haare und ein Wolkenbruch. Mittlerweile glaube ich, dass all das nebenher passiert, wenn man etwas tut, das man liebt, von dem man wirklich überzeugt ist. Nicht, weil das Blogger XYZ so macht, sondern weil es aus dem Herzen kommt, weil der Ursprung die eigene Kreativität ist. Mir das klar zu machen, klappt meistens. Immer nicht, aber wir sind ja alle keine Roboter 😉 Liebe Grüße, Kea

    • Reply
      Vreni
      1. Juni 2016 at 18:39

      Liebe Kea,
      du sprichst da einen sehr guten Punkt an, so habe ich es noch gar nie gesehen, aber du hast da eine total gute Einstellung!
      Ich denke auch, dass man solange man das Ganze aus Spaß macht, man auch irgendwo den richtigen Ansatz zum Bloggen hat. 🙂
      Liebe Grüße

  • Reply
    Eva
    31. Mai 2016 at 14:42

    Genialer Artikel. Du sprichst mir aus der Seele!
    Wie oft habe ich mich schon erwischt wie ich meinen Blog mit anderen verglichen habe, dabei habe ich wirklich nur einen Hobby-Blog!
    Aber ich glaub das liegt in der Natur des Menschen. Wir vergleichen uns ja bei allem..sei es der Koerper, Schulnoten oder sonst was.

    Liebe Gruesse
    Eva

    Ps: und bei Deinem Blog dachte ich mir auch wieder “der ist besser als meiner”hahaha ♥

    http://www.the-mysterious-world-of-eve.blogspot.de

    • Reply
      Vreni
      1. Juni 2016 at 18:45

      Ja, das ist wohl so eine allgemeine Macke von uns Menschen.
      Ach so ein Quatsch, dein Blog ist ja komplett anders!!

      Liebe Grüße <3

  • Reply
    Carmen
    31. Mai 2016 at 15:44

    Haha, JA! Du hast so recht. Da kommt mal immer mal rein in diese Denke – obwohl ich ja dann eher Angst hab, mir unbewusst was abzuschauen, wenn ich zu viel auf anderen Blogs les. Ich will ja eigentlich schon , dass meiner anders ist… wird er mit diesem Bewusstsein wohl auch bestimmt bleiben! Ich glaub dran, dass wir alle friedlich koexistieren können.
    Beste Grüße,
    Carmen von http://www.goodblog.at

    • Reply
      Vreni
      1. Juni 2016 at 18:48

      Klar, ich glaube auch, dass es ganz viel Positivität statt Konkurrenz in der deutschen Bloggerszene gibt, auch wenn man immer mal wieder andere Erfahrungen macht. Es gibt aber eben genau so viele ganz tolle Blogger, die sich super unterstützen 🙂
      Ja du hast rest, man muss auch ein bisschen aufpassen, dass man sich unterbewusst nicht zu stark beeinflussen lässt.
      Liebe Grüße <3

  • Reply
    Cosima | Ricemilkmaid Blog
    31. Mai 2016 at 20:28

    Ganz toller Artikel, gefällt mir sehr gut. ♥
    Wie du weißt, stehe ich noch am Anfang meines Blogs. Ich finde grade erst meinen Weg und lasse mich ständig von anderen berieseln und inspirieren, aber versuche auch wirklich, meiner Linie treu zu bleiben und mich nicht zu verbiegen. Ich weiß, dass ich vieles anders mache, als andere Blogs. Ich weiß aber auch, dass das okay ist. Irgendwie werde ich meinen Weg schon finden – auch wenn ich zur Zeit häufig daran zweifle, ob mein Blog gut oder interessant ist.
    Ich bin auf jeden Fall sehr verliebt in deinen Blog. 🙂

    Liebe Grüße
    Cosima

    http://www.ricemilkmaid.de

    • Reply
      Vreni
      1. Juni 2016 at 18:49

      Super Einstellung liebe Cosima 🙂
      Ich finde deinen Blog super und sehr interessant!!
      Liebe Grüße <3

  • Reply
    Ruhrstyle
    1. Juni 2016 at 11:07

    Liebe Vreni,

    ich stimme hier ein, dein Beitrag ist wirklich toll.

    Kea hat es ganz schön gesagt: “wer frei von diesen Gedanken ist, werfe den ersten Stein.” Ich bin gerne auf anderen Blogs unterwegs und manchmal denke ich mir auch, oh scheiße, warum bin ich nicht selbst auf dieses Thema gekommen, das ist so gut, oder verdammte hacke, der Schreibstil ist nicht so toppen und die Fotos sind auch noch der Hammer. Wie macht die Person das nur? Aber im Grunde ist doch das schöne, dass wir auch alle voneinander lernen und uns gegenseitig Inspirationen schenken können. Ich sehe auch die Blogger, die mit ihren Blogs die gleichen Thembereiche abdecken, wie ich mit meinem, nicht als Konkurrenz. Viel mehr freue ich mich darüber, dass wir alle die gleichen Ziele verfolgen mehr Gerechtigkeit und eine Hoffnung für unseren wunderschönen Planeten. Einer allein könnte dies auch gar nicht schaffen und umso wichtiger ist es, dass wir alle zusammenhalten und uns gegenseitig unterstützen, denn dann können wir als Einheit großes bewirken.
    Aber klar, Vergleiche sind durchaus menschlich und ich denke so lange kein Neid und Missgunst entsteht völlig legitim.

    Liebe Grüße
    Rebecca

    • Reply
      Vreni
      1. Juni 2016 at 18:53

      Liebe Rebecca,
      das finde ich neben ganz vielen anderen Dingen auch an Bloggern im Nachhaltigkeitsbereich oder Fair Fashion so toll. Alle unterstützen sich gerne und Neid gibt es da nicht 🙂
      <3

  • Reply
    Anna
    6. September 2016 at 13:41

    Wahre Worte und klasse geschrieben. Und war das nicht schon immer so, dass es immer jemanden gibt, der besser ist? Gestern kam mir in einem alten “Bud Spencer”-Film ( “Sie nannten ihn Mücke”) der Spruch unter: “Junge, du musst doch wissen, dass es immer einen gibt, der mehr drauf hat als du.” Da musste ich – hinsichtlich der Blog-Vergleicheritis – schon grinsen, denn der gute Bud konnte von Blogs noch nichts wissen. 😉

    Lieben Gruß
    Anna

    • Reply
      Vreni
      6. September 2016 at 15:38

      Schönes Zitat und so wahr! <3

  • Reply
    So bloggen wir! Was die Bloggerwelt denkt - in 61 O-Tönen
    6. September 2016 at 20:23

    […] (jaeckleundhoesle) ist schon weiter. In Scheiße, du bloggst besser als ich! sagt sie: „Um den anfänglichen Spaß am Bloggen zurück zu gewinnen, musste auch ich endlich […]

  • Reply
    Linn
    7. September 2016 at 14:57

    Liebe Vreni, ein wichtiges Thema, dass du da ansprichst und dass vermutlich jeden Blogger ab und an beschäftigt. Insbesondere in Zeiten, wo sich in dieser verrückten Bloggerwelt der Fokus von Individualität zu Kommerzialität verschiebt (was ich nach wie vor schade finde), kommt man fast nicht drumherum andere Blogs anzusehen und zu vergleichen. Dabei finde ich, dass das schönste am Bloggen die unterschiedlichen Meinungen, Bilder, Erlebnisse sind und wenn jemand was tolles zu berichten hat, hey, dann freue ich mich. Auf der anderen Seite möchte ich meinen Lesern natürlich ebenso wertvollen Content bieten! Nur bin ich fest davon überzeugt, dass ein Blog immer gewinnt, wenn er sich selbst treu bleibt und dass neidische Vergleiche einem selbst einfach am allermeisten schaden. Und zusätzlich ist da ja auch immer noch der Aspekt des Lernens – wenn ein Blogger fantastische Bilder macht, dann freue ich mich, wenn er mir ein paar Tipps gibt – schließlich kann ich ihn vielleicht in einem anderen Bereich unterstützen und dann haben doch irgendwie alle was davon 🙂

    • Reply
      Vreni
      9. September 2016 at 14:54

      Ganz genau so sehe ich das auch! <3

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