Fair Fashion Tour durch Friedrichshain

Lasst uns eine kleine faire Tour durch Friedrichshain machen!

Berlin ist ein Paradies in vielerlei Hinsicht. Für mich fühlt es sich seit dem Jahr, das ich hier bin, an als würde ich nach Hause kommen. Dazu aber an andere Stelle mehr. Was Berlin auf alle Fälle auch zum Paradies macht, ist: Es gibt unzählige Fair Fashion Läden und andere kleine Shops in den unterschiedlichsten Ausführungen, die absolut unterstützenswert sind! Und weil das tatsächlich ziemlich viele sind, kann man da den Überblick schnell verlieren. Wir wären aber nicht in diesen verrückten Internetzeiten, in denen wir sind, wenn es dafür nicht eine kleine, feine, nützliche App gäbe: Findeling.
Findeling macht es einfacher kleine Läden in der Umgebung zu finden, so auch viele Fair Fashion Läden.

Zack bumm, runtergeladen, ausprobiert und eine faire Tour durch Friedrichshain gemacht. Habt ihr Bock ein bisschen mit mir rumzuschlendern und die Menschen hinter den Shops kennenzulernen? Ich hab Bock! Los geht’s!

1. Stop: Ankleidezimmer

Ankleidezimmer Berlin
Simplonstraße 6
10245 Berlin

Meinen ersten Stop mache ich bei „Ankleidezimmer“. Während ich mich umschaue, entdecke ich gleich einige bekannte Marken aus dem fairen Kosmos und Lieblingsteile von Thinking Mu, Freitag, Wunderwerk und Co. Gleichzeitig tummeln sich im Laden aber auch konventionelle Labels, also frage ich Giusy, die schon seit 3 Jahren bei Ankleidezimmer arbeitet, wie das ist, wenn Kunden reinkommen. Wird gezielt nach fairer Mode gefragt? Ja schon, sagt sie. Außerdem sei es gerade in Friedrichshain ein wichtiges Verkaufsargument, wenn sie die Hintergründe zu den Labels erklärt und die meisten wären auch bereit, ein bisschen mehr zu bezahlen, wenn das Teil dafür dann aus Biobaumwolle und fairer Produktion ist. Na, so soll das doch! Wunderwerk ist übrigens ihr Lieblingslabel. Kann ich nachvollziehen, weil „AWESOMENESS“ 😉

Hemden von Thinking Mu: Immer wieder herrliche Prints!

Viel Auswahl bei Ankleidezimmer.

Awesomeness-Pullover von Wunderwerk.

2. Stop: Superschlüpfer

Superschlüpfer
Wühlischstraße 25
10245 Berlin

Next Stop: „Superschlüpfer“, ein kleiner Unterwäscheladen, in dem Männer und Frauen endlich mal zusammen Schönes für Drunter kaufen können. Das war eine der Ideen, als Nina den Laden 2008 gegründet hat. Erfrischend! Und sowieso wollte Nina mit ihrem Shop einige Fragen beantworten: Wieso gibt es immer nur Unterwäsche-Läden, die von oben unten voll mit Spitze und Push-Ups sind? Warum sind Boxershorts immer so schrecklich langweilig? Und wieso gibt es keinen Laden, in dem auch mal Männer Spaß am Unterwäschekauf haben? Nina wollte ein neues Angebot schaffen und führt Teile, die richtig Spaß machen, sportlich, leicht und auch mal sehr sexy sind, in die man sich aber nicht zwängen muss. Das hat sie sich teilweise bei den Skandinaviern abgeschaut, teilweise entspringt das aber auch einfach ihrer feministischen Überzeugung. Mit Superschlüpfer will sie sagen: „Sei okay mit der Größe, die du hast!“ Schön! Unterschreibe ich gerne so!
Wenn’s um Nachhaltigkeit und Fairness geht, wünscht Nina sich noch mehr Labels, die im bezahlbaren Segment liegen, die sie in ihr Sortiment aufnehmen kann. Bisher sind da: Too Hot To Hide (In Italien produzierte ziemlich schicke Socken, die wirklich zu hot sind, um sie zu verstecken), Jungfeld (, die in Deutschland produzieren) und Adam, die Biobaumwolle verarbeiten.

Von sportlich bis sexy reicht das Sortiment bei Superschlüpfer.

Zu schön zum Verstecken: Socken von Too Hot To Hide.

Unterbuxen aus Biobaumwolle. Mit guten Prints, versteht sich.

3. Stop: rauch & groen | Slow Fashion Berlin

rauch & groen
Gärtnerstraße 3
10245 Berlin

Weiter geht es mit dem Slow Fashion Shop „rauch & groen“. Die Gründerinnen kenne ich noch vom letzten Besuch und als ich in den Laden komme, stolpere ich gleich mitten in ein „Shop with the designers“-Event. Für Aga und Renata bedeutet Slow Fashion nämlich, die Verbindung zwischen Kleiderkäufer und Modemacher wieder herzustellen. Dazu gehört, dass man die Designer, die hinter der Mode stecken, kennenlernt, aus erster Hand erfährt, wie die Kollektionen entstanden sind und vielleicht auch einfach mal ein Sektchen zusammen trinkt. Die beiden betonen immer wieder, dass es einfach etwas ganz Anderes ist, wenn man die Menschen hinter der Mode kennt. So denken sie, wenn sie sich morgen anziehen eigentlich immer an die Designerinnen, die auch Freundinnen sind und es entsteht eine neue Beziehung zur Kleidung, die man trägt und mit der man dann natürlich auch achtsam umgeht. Wissen, wohin das eigene Geld geht und die Gewissheit haben, dass die Menschen hinter der Mode ordentlich bezahlt werden steht bei Aga und Renata ganz oben auf der Liste.

Aga im Gespräch mit der befreundeten Designerin Magda Hasiak.

Liebe für die Shirts bei rauch & groen.

Wissen, wer die Kleidung gemacht hat!

4. Stop: LOVECO

Loveco
Sonntagstraße 29
10245 Berlin

Während der ganzen Tour regnet es. Umso besser fühlt es sich an, bei Loveco durch die Tür zu stolpern, für die ich übrigens seit Oktober drei Tage die Woche arbeite. Heimspiel quasi. Bei Loveco ist es gewohnt gemütlich, die Auswahl groß und gut. Hinter all dem steckt Christina, die weiß, was sie da tut und im Einkauf nicht nur darauf achtet, dass alles immer eco, fair und vegan ist, sondern sich auch auf ihr Gefühl verlässt. Im Zweifelsfall fliegt ein Label also auch mal wieder aus dem Sortiment, wenn es nicht passt. Ich habe immer das Gefühl, dass kaum jemand sonst so genau weiß, was vertretbar ist und was nicht. Sowieso erstaunlich: Mit so „strengen“ Kriterien so ein Sortiment aufzubauen! Wenn Christina sich was für die Zukunft wünschen könnte, dann dass faire Mode endlich in der Masse ankommt und der Biobaumwollanteil weit über die aktuellen 2 Prozent steigt. Amen.

Die Atmosphäre bei Loveco ist immer superschön.

Christina ist fast rund um die Uhr im Laden und immer in Kontakt mit Labels und Kunden.

Neben Mode gibt es auch andere Kleidnigkeiten, die das bewusste Leben schöner machen.

Vier Läden, ganz schön viele tolle Frauen, was ein Fest! Am Ende gehe ich mit einer vollgeknipsten Kamera, zwei Seiten Notizen und einem Grinsen nach Hause. Ach Berlin, du und gute, kleine Läden eben, das is schon was.

Auch Bock auf eine Entdeckungs-Tour in deiner Stadt. Schnapp dir Findeling, is ne gute Sache! Und falls dich meine kleine Tour durch Friedrichshain ein bisschen gepackt hat, lass den tollen Frauen doch einen virtuellen Like da und schreib sie unbedingt auf deine „When in Berlin“-Liste! Cheerio ☺

Dieser Artikel ist in wundervoller Zusammenarbeit mit Findeling entstanden und wurde dadurch erst möglich gemacht. Vielen Dank 🙂

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2 Comments

  • Reply
    Alt trifft Neu
    11. Dezember 2017 at 22:12

    Yay! Ich bin immer wieder überrascht, dass es in Fhain doch ein paar ganz tolle Läden gibt. Kenn’ ick natürlich 😊

    Der Superschlüpfer sollte unbedingt sein Sortiment in fair erweitern, dann würd ich viel öfter etwas kaufen.

    Sofern ich in der Ecke bin (wohne im Nordkiez) komme ich dich mal bei Loveco besuchen…

    Liebe Grüße, Stefanie*

  • Reply
    Lary
    12. Dezember 2017 at 16:26

    Das ist wirklich ein ganz toller Artikel! Ich bin meist so 2 oder 3 Mal im Jahr in Berlin. ich werde alos bestimmt einige Läden mal besuchen. Vor allem Loveco. 😉 Cool, dass du für so einen tollen Laden arbeiten kannst!

    Liebste Grüße,
    Lary

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