Fair Fashion Label to watch: Still Garments

Ich liebe es so fabelhafte Menschen wie Elke zu treffen und wenn jemand nicht nur krass coole graue Haare hat, sondern auch noch ein Fair Fashion Label aus dem Ärmel schüttelt, ist es ja sowieso um mich geschehen. Ist ja wohl logisch, dass ich sie mir geschnappt und mit Fragen gelöchert habe. Im Interview lest ihr was Mode mit Punks und Omas zu tun hat, was Elke als nächstes plant und warum sie ein echter Stoff-Nerd ist.

Drei Worte zu deinem Label?

Elke: Modern, minimalistisch, „öko“.

Hört sich nach der besten Kombi an! Wie hat das denn angefangen mit der Mode und dir?

Elke: Mit rabiatem DIY und exzessiven Flohmarktbesuchen, im zarten Teenageralter.

Echter Style ist …

Elke: …sein eigenes Ding machen.

Das unterschreibe ich sofort! Was denkst du: Wie sieht die Zukunft der Mode aus?

Elke: Ich hoffe auf eine kleinteiligere Industrie und weniger Textilgiganten, mit mehr Transparenz, Menschlichkeit und weniger Verschwendung, suchtartigem Kaufverhalten und Anonymität. Diese Anonymität macht es nämlich so einfach, dass irgendwo, wo wir es nicht sehen, Menschen ausgebeutet oder die Umwelt zerstört wird, ohne dass die wahren Verantwortlichen sich die Finger schmutzig machen müssen.

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Photo Credit: Fredrik Altinell

Wie wahr. Was vermisst du denn aktuell am meisten in der Modebranche?

Elke: Einen gewissen Grundanstand, und Muße für Innovation. Da bin ich ganz bei Michael Braungart (aus „Einfach intelligent produzieren“ blieb diese Idee vor Jahren beim Lesen bei mir hängen) – ohne ein bisschen Leerlauf und Ruhe bleibt kein Platz für Innovation. Alle rotieren am Rande ihrer Kapazitätsgrenze und darüber hinaus, nur um den Status Quo zu erhalten.

Hast du ein innovatives Lieblingsteil aus deiner Kollektion?

Elke: Schwierige Frage, wirklich! Ich glaube, es sind zwei: Das Jerseykleid aus französischem Leinen, und die Wendejacke aus der Kollektion mit Reststoffen einer Fabrik in Bangladesch, stückgefärbt mit Indigo und mit handgestickten Details.

Wo lässt du dich für deine tollen Teile inspirieren?

Elke: Ich liebe es, draußen zu sein und brauche öfter Pausen von der Stadt, da sammle ich Kraft und Ideen und Farben… und ich sammle, was die Jahreszeit gerade bietet um damit beim Textilfärben zu experimentieren. Meine zweite Leidenschaft sind traditionelle Techniken und Textilien – ich habe zum Beispiel noch handgewebte Stoffe von meiner Urgroßmutter, von der Familie selbst angebautes Leinen, eine Rolle Stoff von 1922… Stoffe sind mir so kostbar, daher kam auch im Studium die Tendenz zu „Zero Waste“- Schnittkonstruktion, und das treibt mich immer wieder an, dafür neue Lösungen zu finden. So ein Stoff, da steckt soviel drin, Können und Wissen, Energie und Zeit. Ich liebe es auch, zu traditionellen Schnitten zu recherchieren.

Photo Credit: Fredrik Altinell

Photo Credit: Fredrik Altinell

Und was hat dich modemäßig am meisten geprägt?

Elke: Klingt vielleicht komisch, aber ich glaube: Punk und meine Omas! Beidem verdanke ich meine Lust am Selbermachen und Ausprobieren. Auch wenn ich natürlich seitdem einen langen Weg zurückgelegt habe.

Finde ich überhaupt nicht komisch, sondern großartig! Jetzt interessiert mich aber noch: Wie sieht’s bei dir mit Nachhaltigkeit aus?

Elke: Die steht bei mir an erster Stelle, ohne sie will ich keine Mode machen. Wichtig ist mir eineganzheitliche Designstrategie, Nachhaltigkeit wird in jedem Arbeitsschritt mitgedacht, sei es die Materialwahl, Verarbeitung, Zero-Waste-Schnitte und die Bearbeitung meiner Stoffe. Seit meinem letzten Projekt denke ich auch noch intensiver über die Idee der „capsule wardrobe“ nach – welche Kleidungsstücke rotieren am meisten? Wie schaffe ich die Balance zwischen Tragbarkeit und interessanten Designlösungen?

Klingt spannend! Wo können wir deinen Weg weiterverfolgen, wie bleiben wir up-to-date?

Elke: Bei Facebook und Instagram oder unter stillgarments.com. Und offline derzeit in Berlin! Außerdem wird mein Projekt zur „capsule wardrobe“ im September in Stuttgart ausgestellt, zur Midissage am 29. September könnt ihr mich dort auch im Design Center treffen! Zu guter Letzt auch hin und wieder als Leiterin von Färbe- Workshops, in Berlin und Stuttgart. Ich freue mich auch über Mails, wenn ihr daran interessiert seid.

Elkes Email Adresse: contact@stillgarments.com

Danke liebe Elke für das wundervolle Interview!

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Photo Credit: Fredrik Altinell

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